Milch aus dem Land
Milch, Käse, Butter oder Joghurt aus Milch von einheimischen Bauernhöfen: Dafür sorgen die genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg. Sie erfassen, veredeln und vermarkten jährlich rund 1,5 Milliarden Kilogramm Milch. Der größte Teil der Milch aus dem Land, knapp 40 Prozent, wird zu Käse verarbeitet.
Die acht genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg haben im Jahr 2009 knapp 0,8 Mrd. Euro umgesetzt.
Mit ihrer Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Milchwerk stärken die Landwirte ihre Position auf den Märkten und wirken in der Willensbildung innerhalb der Genossenschaft mit. Die Genossenschaft ist ihr verlängerter Arm in die Regale des Einzelhandels hinein. Mit dieser Rechtsform gibt der Landwirt nicht einfach seine Milch als Rohstoff in fremde Hände, sondern er hat Teil an der Wertschöpfung, die durch die Veredelung des Rohstoffes entsteht. Er ist damit Teil einer Solidargemeinschaft, die für ihn ein verlässlicher Partner ist. Vor allem aber bewahrt sich der Landwirt ein Mitspracherecht. Die ehrenamtlichen Vertreter der Milcherzeuger im Vorstand und im Aufsichtsrat eines genossenschaftlichen Milchwerkes bestimmen die Investitions-, Produktpolitik und Vermarktungsstrategie. Über die Rechnungslegung vor den Mitgliedern in der Generalversammlung und mit Unterstützung der genossenschaftlichen Prüfung sind unsere Molkereien für ihre Mitglieder gläserne Unternehmen.
Der Milchmarkt ist ein globalisierter Markt
Die Entwicklung des Milchmarktes ist dramatisch. Seit dem zweiten Halbjahr 2008 bewegen wir uns in einem Tal der Tränen. Hoffnung auf eine Besserung der Situation ist noch nicht in Sicht. Der Milchmarkt ist heute ein offener, globalisierter Markt, wir haben Überproduktion in Europa und sind auf den Export angewiesen. Die Bewegungen auf dem Weltmarkt sind deshalb auch in Baden-Württemberg intensiv zu spüren. Die Europäische Kommission hat klargemacht, dass es zum Wegfall der Milchquote im Jahr 2015 keine Alternative gibt. Die erzeugte Milchmenge wird dann über marktwirtschaftliche Regeln gesteuert. Das heißt ganz konkret: über die Wirtschaftlichkeit der Milchviehbetriebe.
Wir sind aber zuversichtlich, dass im Südwesten auch in der Zukunft Milch zu wettbewerbsfähigen Preisen erzeugt werden kann. Wir begrüßen deshalb die Bereitschaft der Landesregierung ausdrücklich, diejenigen Milcherzeuger zu unterstützen, die in ihre Zukunft investieren.
Natürlich haben auch die genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg ihre Struktur in den letzten Jahren optimiert - durch eine zunehmende Spezialisierung. Das genau ist der Grund dafür, dass der Milchauszahlungspreis in Baden-Württemberg im Bundesvergleich nach wie vor gut ist. Weitere Ansatzpunkte sehen wir vor allem in einer intensiveren Zusammenarbeit im Vertrieb.


