Zum ersten Mal haben sich die Vertreter von Genossenschaften aus dem ganzen Land am Freitag in Ludwigsburg zum Verbandstag des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes getroffen. Die Fusion der Genossenschaftsverbände in Baden und Württemberg wurde 2009 umgesetzt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Rede von Ministerpräsident Stefan Mappus zum Thema „Kein Markt ohne Moral - Lehren aus der Krise“.
Er betonte die Sicherheit und Stabilität der Genossenschaften, die sich gerade in der Krise bewährt hätten. „Vertrauen und Solidarität sind für die Genossenschaften keine leeren Worte, sondern gelebte Praxis“, so der Minister-präsident. Insbesondere die Genossenschaftsbanken hätten gezeigt, dass ihr Geschäftsmodell modern und zukunftsfähig sei. Sie hätten bewiesen, dass mit einer klugen und verantwortungsvollen Geschäftspolitik auch schwere Krisen durchgestanden werden könnten. „Einer für alle und alle für einen“ - dieses Prinzip habe sich mehr denn je bewährt.
Mit dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband sei eine neue und schlagkräftige Institution geschaffen worden. „Ich freue mich sehr, dass heute der erste Verbandstag stattfindet“, erklärte der Ministerpräsident. Dies sei ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Genossenschaften und des Landes.
Verbändefusion bringt Synergien für Genossenschaften
Der BWGV repräsentiert 234 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 528 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften in Baden-Württemberg. Diese Genossenschaften werden von über 3,4 Millionen Menschen, also jedem dritten Einwohner Baden-Württembergs, als Einzelmitglieder getragen. Sie sind die Eigentümer der Genossenschaften.
Der BWGV selbst zählt mit einer Bilanzsumme von 133 Mio. Euro und Leistungserlösen von über 47 Mio. Euro zu den großen mittelständischen Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung und unterhält eine eigene Akademie für die Weiterbildung mit Standorten in Karlsruhe-Rüppurr und Stuttgart-Hohenheim. Er beschäftigt an vier Standorten 557 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 75 in Teilzeit und zwölf Azubis.
Bereits im ersten Jahr der Verbändefusion flossen den Genossenschaften im Land über 1,5 Mio. Euro Synergieeffekte durch niedrigere Preise für die Wirtschaftsprüfung zu. Mit weiteren 1,9 Mio. Euro werden die Genossenschaften ab 2010 durch geringere Umlagen für den Verbandsbeitrag und die Gemeinschaftswerbung entlastet. Die Zahl der Verbandsmitarbeiter hat sich 2009 nicht verändert; im Vorjahr der Verschmelzung waren 29 Stellen abgebaut worden.
23. April 2010

