Volksbanken und Raiffeisenbanken geben Landwirten Orientierung

Die Preise im Keller: bei Milch, bei Getreide bei Schweinefleisch. Landwirte, die in ihrer Not ihren Rohstoff Milch auf den Acker oder in den Gully schütten. Unter diesen Vorzeichen stand der Agrartag 2009 der Volksbanken Raiffeisenbanken in Bad Saulgau. Rund 350 Landwirte und Vertreter der genossenschaftlichen Banken aus der ganzen Region kamen am Mittwoch in das Stadt-Forum.

„Die Landwirtschaft und der Mittelstand haben Kredit“
Verbandsdirektor Herbert Schindler vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband betonte zur Eröffnung in Bad Saulgau, dass bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg das System der Kreditvergabe wie gewohnt läuft. „Die Landwirtschaft und der Mittelstand haben bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken Kredit. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken werden ihrer Verantwortung als Hausbanken des einheimischen Mittelstandes gerecht.“

Schindler wies darauf hin, dass die Landwirtschaft in Baden-Württemberg zum 30. September 2009 fast 2,1 Mrd. Euro bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgeliehen hat. Das ist im laufenden Jahr ein Plus von 1,0 Prozent; im Gesamtjahr 2008 hat der Zuwachs sogar 3,3 Prozent betragen.

Die Wirtschaftskrise ist noch nicht zu Ende
Es gebe jetzt zwar die ersten Zeichen, dass der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise hinter uns liegt, sagte Schindler, ihr Ende sei aber noch nicht in Sicht. In einem solch tiefen Tal sei auch die Kreditvergabe schwieriger geworden. Dem könne sich keine Bank entziehen, auch nicht genossenschaftliche Banken.

„Die nachhaltige Kapitaldienstfähigkeit war und ist das entscheidende Kriterium der Kreditvergabe. Ist sie nicht gegeben, beschädigt das Projekt die finanzierende Bank genauso wie den Kreditnehmer“, sagte Schindler zu den Landwirten. Und er ergänzte: „In Krisenzeiten ist eine offene und vorausschauende Kommunikation zwischen Firmenkunde und Hausbank besonders wichtig; sie fördert das wechselseitige Verständnis. Wer erst dann kommt, wenn die Liquiditätsklemme unverkennbar ist, handelt seiner Bank gegenüber unfair und vor allem unklug.“

Vorträge und Diskussion
Hochkarätig der Einstieg in die Fachthemen: Der Publizist und Politiker Oswald Metzger zeigte mit seiner Rede über „Landwirtschaft zwischen Markt und Staat“ auf, in welcher Umwälzung sich die europapolitischen Rahmenbedingungen für die Landwirte befinden. Im Anschluss beleuchtete mit Dr. Jan Niessen ein Wissenschaftler von der Uni Hohenheim die unsicheren Agrarmärkte. Den Vormittag beschloss eine Diskussionsrunde, die Bauernverband und Landwirte einbezog. Nachmittags ging es um das Risikomanagement bei stark schwankenden Rohstoffmärkten.

04. November 2009

 
 

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