Getreide: Große Ernte, niedrige Preise

Die zwölf Bezugs- und Absatzgenossenschaften sowie Lagerhausgenossenschaften in Baden-Württemberg (BAG) haben diesen Sommer fast 300.000 Tonnen Getreide erfasst, 16,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Umsatz ging im 1. Halbjahr 2009 um 7,5 Prozent auf 260 Mio. Euro zurück, bedingt durch den Preisabsturz bei Getreide und Öl.

Die Ernte 2009
Die Getreideernte in Baden-Württemberg war 2009 gegenüber dem Vorjahr zwar kaum verändert, die regionalen Unterschiede waren in diesem Jahr aber besonders groß. Dies kam den BAGs zugute, die sich in Nordbaden und Nordwürttemberg konzentrieren. So führten die Niederschläge auf leichten Böden zu hohen Erträgen und zum Beispiel die leistungsfähige neue Anlage der BAG Hohenlohe sorgte für zusätzliche Getreide-Anlieferungen.

Die wichtigsten Ackerpflanzen sind Weizen (139.000 Tonnen Ernte), Gerste (71.000 Tonnen) und Raps (66.000 Tonnen, ohne nachwachsende Rohstoffe). Mais ist in diesen Zahlen nicht enthalten.

Die neue Getreideernte ist auf einen weltweit überfüllten Markt getroffen, was zu einem starken Preisdruck führte. Leicht verbesserte Exportchancen haben den Markt zuletzt etwas stabilisiert, eine nachhaltige Preiserholung ist aber noch nicht in Sicht.

Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr 2009
Die Umsatzentwicklung der Bezugs- und Absatzgenossenschaften sowie Lagerhausgenossenschaften in Baden-Württemberg war im 1. Halbjahr durch den Preissturz bei Getreide und Öl geprägt. Getreide musste um rund ein Drittel billiger verkauft werden als während des Preis-Hochs 2008, Heizöl gab es sogar um fast 60 Prozent günstiger. Gewaltig war denn auch die Nachfrage der Hausbesitzer: Im 1. Halbjahr 2009 wurden fast 80 Prozent mehr Heizöl verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz mit Brenn- und Treibstoffen ging insgesamt um 11 Prozent auf 61 Mio. Euro zurück.

Hauptumsatzträger der BAGs sind mit 85 Mio. Euro Betriebsmittel für die Landwirtschaft, vor allem Futter- und Düngemittel. Hier zeigten sich die Landwirte aufgrund der zweistelligen Preissteigerungen bei Düngemitteln sparsam, während sich Futtermittel durch den Preiseinbruch beim Rohstoff Getreide verbilligten. Das Geschäft mit Landtechnik florierte mit + 17 Prozent weiterhin, Ausdruck der positiven Liquiditätslage der Landwirtschaft 2008.

27. Oktober 2009

 
 

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