Mittelstandstag der Volksbanken Raiffeisenbanken

Roßwog: Zweifel am Bad-Bank-Gesetz
„Der Mittelstand hat bei uns Kredit“

Baden-Baden, 25. Juni 2009. „Der Mittelstand hat bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken Kredit, die Kreditversorgung ist intakt.“ Dies betonte Präsident Gerhard Roßwog vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband auf dem Mittelstandstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Baden. „Die Bereitschaft wie die Fähigkeit, Kredite an Unternehmen zu vergeben, ist bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken unverändert gegeben“, sagte Roßwog am Donnerstag im Festspielhaus vor rund 1.300 mittelständischen Unternehmern.

Volksbanken und Raiffeisenbanken haben die Finanzkrise unbeschadet überstanden, so Roßwog, und profitieren von einer soliden Kapitalausstattung und einer ausgezeichneten Liquiditätssituation. „Unsere Kreditbereitschaft übersteigt die Nachfrage.“ Dabei sei die Kreditnachfrage aufgrund der spürbar abgeschwächten Investitionsneigung in der Breite zurückgegangen.

Realität sei allerdings auch, dass einige Unternehmen im Zuge der Finanzmarktkrise eine Verschlechterung ihrer Finanzierungsbedingungen registrieren. Häufig müssten mehr Sicherheiten gestellt werden, oder Kredite werden nur zu höheren Konditionen bereitgestellt. „Mit einer Kreditklemme hat das nichts zu tun. Dies ist ein normaler Marktmechanismus, der vom wirtschaftlichen Umfeld abhängt.“

Roßwogs Ratschlag an die Unternehmer: „Eine offene und vorausschauende Kommunikation mit der Hausbank fördert das wechselseitige Verständnis und ist in Krisenzeiten besonders wichtig. Langfristige Verbindungen zur örtlichen Bank zahlen sich aus.“

Zweifel an der Wirksamkeit des Bad-Bank-Gesetzes
In einer Reihe von Landesbanken und börsennotierten Kreditinstituten sei Finanzroulette gespielt worden, kritisierte Roßwog, seien Grundregeln des Bankwesens verletzt worden, die ein Banklehrling im ersten Jahr seiner Ausbildung lernt. Trotzdem begrüßen die Volksbanken und Raiffeisenbanken das Gesetz zur Finanzmarktstabilisierung, betonte der Genossenschafts-Präsident, weil das Vertrauen in diese Banken wiederhergestellt werden müsse. Allerdings seien Zweifel angebracht, ob das Bad-Bank-Gesetz tatsächlich die Finanzmärkte in Ordnung bringen könne.

Die Bundesregierung habe es versäumt, für eine schonungslose Aufarbeitung und Analyse des Geschehens bei den betroffenen Banken zu sorgen. Dadurch fehle es dem Gesetzentwurf an Glaubwürdigkeit. Unbeantwortet bleibe zum Beispiel die fundamentale Frage, wie die Wertpapapiere bewertet werden, die die geschädigten Banken ausgliedern wollen. „Dies ist entscheidend für den späteren Verlustausgleich, für den die Eigentümer der Banken geradestehen müssen.“

25. Juni 2009

 
 

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