Kreditvergabe bei Volksbanken und Raiffeisenbanken läuft wie gewohnt

Kreditvergabe bei Volksbanken und Raiffeisenbanken läuft wie gewohnt

Karlsruhe/Stuttgart. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg fühlen sich von politischen Attacken in Sachen Kreditklemme nicht angesprochen. Dies betonte Präsident Gerhard Roßwog vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband zur Vorlage der Halbjahreszahlen der genossenschaftlichen Gruppe im Südwesten. „Bei uns läuft die Kreditvergabe wie gewohnt, der Mittelstand hat bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken Kredit.“

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© BWGV
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"Die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben in der Vergangenheit keine Luftschlösser finanziert und stehen deshalb der Realwirtschaft als stabiler Pfeiler des Finanzsystems zur Verfügung“, unterstrich der Genossenschafts-Präsident. Die Liquidität der Gruppe sei unverändert hoch, der Überschuss der Einlagen über die Ausleihungen beträgt per 30. Juni 2009 rund 22 Mrd. Euro. „Unsere Stärke im Eigenkapital gibt uns den Spielraum für weitere Kredite im zweistelligen Milliardenbereich. Der inflationäre Umgang mit diesem Begriff Kreditklemme ärgert uns deshalb.“

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg haben zum 30. Juni an Firmenkunden fast 27 Milliarden Euro ausgeliehen. Das entspreche einer Jahres-Wachstumsrate von 3,2 Prozent. Der größere Teil des Zuwachses entfällt dabei auf das 2. Halbjahr 2008; 2009 hat sich die Kreditnachfrage der Unternehmen abgeschwächt. Wichtigster Treiber ist zurzeit das Baugewerbe.

„Keine Luftschlösser mehr finanzieren“
„Kreditklemme muss dort sein, wo Luftschlösser auf den Weg gebracht und finanziert worden sind“, betonte Roßwog zu der politischen Debatte. Wo Schulden gemacht worden seien, die nicht durch reale Projekte finanziert werden können, müsse sowohl bei den betroffenen Banken wie auch bei den betroffenen Kreditnehmern der Rückwärtsgang eingelegt werden. „Das tut weh, aber nur so schaffen wir eine solide Grundlage für ein neues Wachstum unserer Wirtschaft.“ Das gelte insbesondere auch für den Rückbau der Banken, die sich mit Kreditersatzgeschäften in Form von toxischen Wertpapieren verspekuliert hätten.

Unredlich sei es auch, von Kreditklemme zu sprechen, wenn der Kreditnehmer nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, der dem Risiko des Kredits angemessen ist, unterstrich Roßwog. „Wir verleihen nicht das Geld von Herrn Trichet oder von Herrn Steinbrück, sondern das Geld unserer Sparer in der Region. Dafür tragen wir die Verantwortung.“ Nicht Basel II sei das Problem für die Kreditvergabe, sondern die Risikokalkulation, die die weltweite Wirtschaftskrise erzwinge. Das treffe diejenigen Unternehmen weniger, die die zurückliegenden guten Jahre genutzt haben, um Reserven zu schaffen. „Wer keine Reserven hat, muss anders befragt werden.“

Roßwogs Ratschlag an die Unternehmer: „Eine offene und vorausschauende Kommunikation mit der Hausbank fördert das wechselseitige Ver-ständnis und ist in Krisenzeiten besonders wichtig. Langfristige Verbindungen zur örtlichen Bank zahlen sich aus.“

Die Halbjahresbilanz zum 30. Juni 2009
Die Halbjahresbilanz der 239 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg weist eine Bilanzsumme von 124,7 Mrd. Euro (+ 2,8 Prozent zum 31.12.2008) aus. Das gesamte Kundenkreditvolumen blieb mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 71,3 Mrd. Euro ebenso stabil wie die Kundeneinlagen, die im 1. Halbjahr 2009 um 0,1 Prozent auf 88,8 Mrd. Euro zunahmen. Mit dieser Entwicklung zeigte sich Roßwog sehr zufrieden: „Die Gelder, die auf der Suche nach Sicherheit im Oktober 2008 den Volksbanken und Raiffeisenbanken zugeflossen waren, stehen immer noch in unseren Bilanzen.“ Sie sind im 1. Halbjahr in erheblichem Umfang von Termineinlagen auf Geldmarktkonten und in Spareinlagen umgeschichtet worden.

17. Juli 2009

 
 

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